Steuerberater Karl-Heinz Latussek

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Steuernews

Kontoführungsgebühren pauschal abziehen
Ein Girokonto hat heutzutage eigentlich jeder. Sie benötigen ein solches Konto schon allein deswegen, damit der Arbeitgeber Ihnen Ihr Gehalt überweisen kann. Wegen dieser und anderer beruflicher Überweisungen können Sie einen Teil der Kontoführungskosten steuerlich absetzen. Und das Beste. Es gibt bei der Steuer einen pauschalen Abzug. Er ist zwar nicht hoch, aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.

Kontoführungsgebühren sind als Werbungskosten absetzbar, soweit sie auf beruflich veranlasste Zahlungen entfallen (BFH-Urteil vom 9.5.1984, BStBl. 1984 II S. 560).

Beruflich veranlasst sind beispielsweise:

  • Gutschrift von Gehaltszahlungen, Reisekostenerstattungen usw.
  • Gutschrift von Betriebsrenten und Pensionen.
  • Überweisungen für berufliche Anschaffungen, z.B. Fachliteratur, Arbeitsmittel.
  • Überweisungen im Zusammenhang mit einer doppelten Haushaltsführung, z.B. für Miete, Nebenkosten.
  • Sonstige beruflich veranlasste Überweisungen, z.B. von Beiträgen an den Berufsverband.
  • Falls Sie im Ausland tätig sind und der Arbeitgeber das Gehalt auf ein inländisches Konto überweist: Auch die Kosten der Überweisung auf eine Bank am ausländischen Beschäftigungsort zählen zu den Werbungskosten (BFH-Urteil vom 19.1.1996, BFH/NV 1996 S. 541).

  • HINWEIS: Nicht abziehbar sind jedoch Gebühren, die für das Abheben des Gehalts oder für Überweisungen zu privaten Zwecken entstehen. Gleiches gilt für die Fahrt zur Bank, um das Gehalt abzuheben: Weder Fahrtkosten noch ein Unfallschaden werden anerkannt (FG Saarland vom 28.4.1983, EFG 1983 S. 553).
    Die meisten Banken erheben heute statt einer Postengebühr . In diesem Fall kann die Monatsgebühr entsprechend dem Anteil der beruflich und privat veranlassten Kontenbewegungen aufgeteilt und der berufliche Anteil als Werbungskosten abgezogen werden (BFH-Urteil vom 9.5.1984, BStBl. 1984 II S. 560). Dies hat jüngst die Finanzverwaltung bekräftigt (OFD Hannover vom 30.4.2002, DStR 2002 S. 1132).
    Eine solche Aufteilung in privat und beruflich ist mühsam und wird in den meisten Fällen nicht viel bringen. Haben Sie beispielsweise im Monat 16 private und 4 berufliche Buchungen und beträgt die Pauschalgebühr 5 EUR im Monat, sind gerade mal 1 EUR als Werbungskosten absetzbar.

    Um Ihnen die mühsame und kleinkarierte Arbeit der Gebührenaufteilung zu ersparen, zeigt sich der Fiskus gnädig: Sie dürfen für Ihre beruflichen Buchungen einen Pauschbetrag von 16 EUR im Jahr als Werbungskosten absetzen.

    STEUERRAT: Der Betrag von 16 EUR ist ein Jahresbetrag. Sie können den Betrag also auch dann absetzen, wenn Sie erst im Dezember ein Konto eröffnen.

    Diesen Betrag dürfen Sie auch dann geltend machen, wenn Ihnen der Arbeitgeber für die Kosten der Kontoführung einen Ersatz zahlt. Der Kostenersatz ist nämlich steuerpflichtig und wird zusammen mit Ihrem Gehalt versteuert (R 19.3 Abs. 3 Nr. 1 LStR).


    STEUERRAT: Sie können natürlich auch einen höheren Betrag als 16 EUR als Werbungskosten abziehen. Dazu aber müssen Sie nachweisen, dass die beruflich veranlassten Überweisungen höhere Kosten verursachen bzw. der berufliche Kostenanteil höher ist (FG Münster vom 18.9.1996, EFG 1997 S. 160).

    gepostet: 10. Jan 2020
    Erlass der Grundsteuer bei Mietausfall
    Vermieter können ohne eigenes Verschulden erhebliche Mietausfälle haben: Etwa weil der Mieter zahlungsunfähig ist, weil die Wohnung zwischenzeitlich leer steht, weil die Wohnung nach Brand oder Hochwasser unvermietbar ist, weil eine Vermietung wegen Auflagen der Behörden zeitweise nicht möglich ist, weil die Wohnung wegen eines Überangebots bzw. wegen des Bevölkerungsrückgangs in der Region nicht vermietet werden kann. Aktuell ist auf den Stichtag 31.3.2020 hinzuweisen: Falls Sie bei vermieteten Wohnungen oder Gebäuden im Jahre 2019 ohne eigenes Verschulden erhebliche Mietausfälle erlitten haben, können Sie nun einen teilweisen Erlass der Grundsteuer beantragen. Und zwar bis zum 31.3.2020. Richten Sie Ihren Antrag an die zuständige Gemeindeverwaltung, in den Bundesländern Berlin, Bremen und Hamburg an das Finanzamt (§ 33 Abs. 1 GrStG).

    Ein Grundsteuererlass ist unabhängig davon zu gewähren, ob die Ertragsminderung typisch oder atypisch, strukturell oder nicht strukturell bedingt, vorübergehend oder nicht vorübergehend ist. Die Ertragsminderung ist lediglich an der tatsächlich vereinbarten oder an der üblichen Miete zu messen (BFH-Urteil vom 24.10.2007, BStBl. 2008 II S. 384).

    STEUERRAT: Bei einer Ertragsminderung von mehr als 50 Prozent beträgt der Grundsteuererlass 25 Prozent, bei einer Ertragsminderung von 100 Prozent gibt's 50 Prozent der Grundsteuer zurück.

    Die Berechnung der Ertragsminderung ist einfach: Bei bebauten Grundstücken wird diese generell aus dem Unterschiedsbetrag der nach den Verhältnissen zu Beginn des Erlasszeitraums geschätzten üblichen Jahresrohmiete zur tatsächlich im Erlasszeitraum erzielten Jahresrohmiete berechnet. Somit ist nicht mehr relevant, ob zu Beginn des Kalenderjahres eine Vermietung vorliegt bzw. welcher Mietpreis erzielt wird. Abgestellt wird auf den Erlasszeitraum.

    Weitergehende Hinweise: Informationen zur Grundsteuer
    gepostet: 23. Dez 2019
    Kettenschenkung spart Steuern
    Das Weiterschenken von Geschenken ist eigentlich verpönt. Doch bei größeren Vermögenswerten kann der Umweg über die so genannte Kettenschenkung attraktive Vorteile bei der Schenkungsteuer bieten, wenn bestimmte Bedingungen beachtet werden. Eine Kettenschenkung liegt vor, wenn Vermögenswerte in zwei aufeinander folgenden Schritten an zwei verschiedene Erwerber übertragen werden. Es geht insbesondere um folgende Fälle:

  • Eltern möchten Vermögen auf ein Kind übertragen: Eine direkte Schenkung vom Vater an das Kind ist nicht ratsam, wenn der "Kinder-Freibetrag" des Mannes bereits durch vorangegangene Schenkungen ausgeschöpft ist. Daher erfolgt die erste Schenkung vom Mann an die Ehefrau, um den hohen Ehegatten-Freibetrag von 500.000 EUR zu nutzen. Sodann kann die Ehefrau eine Schenkung an das Kind vornehmen und ihrerseits den Kinder-Freibetrag von 400.000 EUR beanspruchen. Auf diese Weise können Eltern zweimal bis zu 400.000 EUR steuerfrei auf das Kind übertragen.
  • Eltern möchten Vermögen auf das Schwiegerkind übertragen: Bei direkter Schenkung bliebe nur ein Betrag von 20.000 EUR schenkungsteuerfrei. Besser wäre es, wenn die erste Schenkung an das Kind erfolgt, um den hohen Kinder-Freibetrag von 400.000 EUR zu nutzen. Das Kind kann dann eine Schenkung an seinen Ehegatten im Rahmen des Ehegatten-Freibetrages von 500.000 EUR vornehmen. So lässt sich beispielsweise ein Hausgrundstück steuerlich vorteilhaft auf den Sohn und die Schwiegertochter übertragen.
  • Großeltern möchten Vermögen auf das Enkelkind übertragen: Bei direkter Schenkung beträgt der Enkel-Freibetrag 200.000 EUR. Schenken die Großeltern erst an die Eltern, bleibt ein Betrag im Rahmen des Kinder-Freibetrages von 400.000 EUR steuerfrei. Anschließend schenkt das Kind das Vermögen weiter an das Enkelkind, wobei hier wiederum der Kinder-Freibetrag 400.000 EUR beträgt.


  • Derartige "Kettenschenkungen" sind erlaubt, sofern eine wichtige Bedingung eingehalten wird: Es muss sich um zwei separate Schenkungen handeln. Das bedeutet: Der Zwischenerwerber darf nicht zur Weitergabe des erhaltenen Vermögens verpflichtet sein, und die erste Schenkung muss ausgeführt sein, bevor die zweite Schenkung vereinbart wird. Jede Schenkung muss einzeln beurkundet werden, um den eigenständigen Charakter zu belegen.

    Derartige "Kettenschenkungen" sind erlaubt, sofern eine wichtige Bedingung eingehalten wird: Es muss sich um zwei separate Schenkungen handeln. Das bedeutet: Der Zwischenerwerber darf nicht zur Weitergabe des erhaltenen Vermögens verpflichtet sein, und die erste Schenkung muss ausgeführt sein, bevor die zweite Schenkung vereinbart wird. Jede Schenkung muss einzeln beurkundet werden, um den eigenständigen Charakter zu belegen.

    Grundstücksschenkung an Kinder und Schwiegerkinder vorteilhaft gestalten!

    Bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer beträgt der Freibetrag für Kinder immerhin 400.000 EUR und für Schwiegerkinder gerade mal 20.000 EUR. Wollen Eltern bei der Schenkung eines Hauses oder einer Eigentumswohnung auch die Schwiegertochter oder den Schwiegersohn bedenken, fällt somit immer Schenkungsteuer an. Aber gibt es nicht eine steuerlich günstigere Lösung?

    Ja, die gibt es. Wenn die Eltern das Haus insgesamt zuerst auf den Sohn übertragen und dieser dann später die Hälfte auf seine Frau überträgt, bleibt der Vorgang frei von Schenkungsteuer. Denn unter Eheleuten beträgt der Freibetrag 500.000 EUR, und die Schenkung des selbstgenutzten Familienheims ist unter Eheleuten zu Lebzeiten vollkommen steuerfrei. Doch viele Finanzämter unterstellen in diesem Fall eine sog. Kettenschenkung und verlangen dann doch Schenkungsteuer. Hier wird angenommen, dass die Eltern jeweils eine Haushälfte auf den Sohn und - über einen Umweg - auch an die Schwiegertochter geschenkt haben.

    AKTUELL hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass nicht von einer schenkungsteuerpflichtigen freigebigen Schenkung der Eltern an das Schwiegerkind auszugehen ist, wenn die Eltern ein Haus zunächst an den Sohn übertragen und dieser unmittelbar danach einen Miteigentumsanteil an seine Ehefrau weiterschenkt. Sofern das Kind nicht zur Weiterschenkung verpflichtet ist und die Eltern die Weitergabe des Miteigentumsanteils am Grundstück nicht veranlasst haben, handelt es sich nicht um eine schädliche "Kettenschenkung", sondern um zwei separate Schenkungen, für die die jeweiligen Freibeträge gelten (BFH-Urteil vom 30.11.2011, II B 60/11).

    Der Fall: Der Vater überträgt seinem Sohn einen Miteigentumsanteil an dem Grundstück A, verbunden mit dem Sondereigentum an der Wohnung Nr. 1 zum Alleineigentum. Der Vater stimmt der Veräußerung eines Hälfteanteils vom Sohn an dessen Ehefrau zu. Noch am selben Tag überträgt der Sohn als ehebezogene Zuwendung unentgeltlich die Hälfte seines Miteigentumsanteils an der Wohnung Nr. 1 auf seine Ehefrau.

    Die Entscheidung: Erfolgt eine Schenkung (der Eltern an die Schwiegertochter) über einen Dritten (Sohn), kommt es darauf an, ob der Dritte über eine eigene Entscheidungsmöglichkeit hinsichtlich der Verwendung des Schenkungsgegenstands verfügte. Schenkt der Dritte den ihm zugewendeten Gegenstand ohne Veranlassung des Schenkers und ohne rechtliche Verpflichtung freigebig einer anderen Person (Schwiegertochter = Ehefrau), liegt keine Schenkung der Eltern and die Schwiegertochter vor. Dies gilt auch dann, wenn die Eltern wissen oder damit einverstanden sind, dass der Sohn den zugewendeten Gegenstand unmittelbar im Anschluss an die Schenkung an seine Ehefrau weiterschenkt.

    Grundstücksschenkung: Übertragung an ein Kind mit Weiterschenkung

    Bei Grundstücksschenkungen kommt es häufig vor, dass Eltern ihr Haus an das eigene Kind und das Schwiegerkind übertragen wollen. Das Problem dabei aber ist: Bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer beträgt der Freibetrag für Kinder immerhin 400.000 EUR und für Schwiegerkinder gerade mal 20.000 EUR. Wollen Eltern bei der Schenkung eines Hauses oder einer Eigentumswohnung direkt auch die Schwiegertochter oder den Schwiegersohn bedenken, fällt somit immer Schenkungsteuer an.

    Vorteilhafte Gestaltung: Wenn die Eltern das Haus auf den Sohn übertragen und dieser dann später die Hälfte auf seine Frau überträgt, bleibt der Vorgang frei von Schenkungsteuer. Denn unter Eheleuten beträgt der Freibetrag 500.000 EUR. Zudem ist die Schenkung des selbstgenutzten Familienheims unter Eheleuten zu Lebzeiten vollkommen steuerfrei. Doch viele Finanzämter unterstellen im Fall der Schenkung mit anschließender Weiterschenkung eine sog. Kettenschenkung und verlangen dann doch Schenkungsteuer. Es wird unterstellt, dass die Eltern jeweils eine Haushälfte an den Sohn und - über einen Umweg - auch an die Schwiegertochter geschenkt haben.

    gepostet: 16. Dez 2019
    Bei Riester jetzt Mindestbeitrag prüfen
    Die Wirtschaft boomt - noch. Und so sind auch in diesem Jahr die Löhne und Gehälter gestiegen. Viele Arbeitnehmer vergessen, dass eine Lohnerhöhung Auswirkungen auf die staatliche Riester-Zulage haben kann. Sie sollten daher überprüfen, ob Sie ggf. Ihre Beiträge für den Riester-Vertrag erhöhen müssen. Wie viel Sie auf Ihren Riester-Vertrag einzahlen, bleibt Ihnen überlassen. Um aber die Altersvorsorgezulage in voller Höhe zu erhalten, müssen Sie einen bestimmten Mindesteigenbeitrag leisten. Dies sind bei Angestellten 4 % des rentenversicherungspflichtigen Einkommens im Vorjahr, vermindert um den individuell zustehenden Anspruch auf volle Altersvorsorgezulage. Bei Beamten sind die Besoldung und Amtsbezüge maßgebend. Dazu gehören das Grundgehalt, der Familienzuschlag, Zulagen und Vergütungen, nicht jedoch Auslandsdienstbezüge.

    Begrenzt wird der Mindesteigenbeitrag

  • nach oben durch den absoluten Betrag, der als Sonderausgaben absetzbar ist (= 2.100 EUR), vermindert um den individuell zustehenden Anspruch auf volle Altersvorsorgezulage,
  • nach unten durch einen Sockelbetrag (= 60 EUR), der in jedem Fall selbst aufgebracht werden muss.

  • Falls Sie den Mindesteigenbeitrag nicht aufbringen, wird der Zulagehöchstbetrag gekürzt, und zwar im Verhältnis der tatsächlich geleisteten Beiträge zum Mindesteigenbeitrag. Wer also beispielsweise nur 80 % des Mindesteigenbeitrags einzahlt, erhält auch nur 80 % der Altersvorsorgezulage.

    Beispiel:

    Herr Steuerle ist verheiratet und hat ein Kind. Sein Jahresarbeitslohn im Jahre 2018 betrug 60.000 EUR. Wie viel muss er im Jahre 2019 in den Riester-Vertrag einzahlen, um die volle Zulage zu erhalten?

    Falls Sie den Mindesteigenbeitrag nicht aufbringen, wird der Zulagehöchstbetrag gekürzt, und zwar im Verhältnis der tatsächlich geleisteten Beiträge zum Mindesteigenbeitrag. Wer also beispielsweise nur 80 % des Mindesteigenbeitrags einzahlt, erhält auch nur 80 % der Altersvorsorgezulage.

    Rentenversicherungspflichtiges Einkommen im Jahre 2018 (max. 78.000 EUR) 60.000 EUR

    Mindesteigenbeitrag:

    4 % von 60 000 EUR = 2 400 EUR, höchstens 2.100 EUR 2.100 EUR

    Höchstzulage für Ehegatten: 2 x 175 EUR (nur Ehemann unmittelbar begünstigt) ./. 350 EUR

    Höchstzulage für ein Kind: 1 x 300 EUR (nach dem 1.1.2008 geboren) ./. 300 EUR

    Mindesteigenbeitrag = 1.450 EUR

    Sockelbetrag 60 EUR

    Hat Herr Steuerle im Jahre 2019 bisher nur 1.200 EUR eingezahlt, sollte er spätestens im Dezember 2019 noch 250 EUR einzahlen, um die höchstmögliche Riester-Förderung zu erhalten. Ansonsten wird die Zulage gekürzt: 1.200 EUR : 1.450 EUR x 650 EUR = 538 EUR statt 650 EUR!

    STEUERRAT: In der Lohnsteuerbescheinigung sehen Sie das Einkommen des vergangenen Jahres, das für die Berechnung der Zulage maßgeblich ist. Die Riester-Beiträge sollten Sie auch anpassen, wenn ein (weiteres) Kind geboren wird oder für ein Kind das Kindergeld wegfällt.

    Damit Sie leicht und einfach selbst die Ihnen zustehende Altersvorsorgezulage und den dazu erforderlichen Mindesteigenbeitrag ermitteln können, haben wir für Sie zwei Vordrucke entwickelt, die Sie hier aufrufen können:

  • Riester-Rente: Zulagenanspruch und Mindesteigenbeitrag (PDF)
  • Riester-Rente: Berechnung des Zulagenanspruchs und Eigenbeitrags


  • STEUERRAT: Ist der Ehegatte nur "mittelbar" zulageberechtigt, weil er oder sie Hausfrau/Hausmann, Minijobber(in) oder Selbstständige(r) ist, kann sich ein Riester-Vertrag wegen der Zulagen sehr wohl lohnen. Aber Sie sollten unbedingt beachten, dass Sie jedes Jahr einen Mindestbetrag von 60 EUR in den Riester-Vertrag einzahlen (vgl. SteuerSparbrief Dezember 2018). AKTUELL stehen viele Riester-Sparer vor dem Problem, dass die Begünstigungen zum Teil für mehrere Jahre zurückgefordert werden, weil die nur "mittelbar" begünstigten Ehegatten den erforderlichen Mindestbetrag von 60 EUR nicht eingezahlt hatten.

    Weitere Informationen: Vorsorge: Beiträge zu Riester-Verträgen
    gepostet: 16.Dez 2019
    So bleibt der Fiskus der Weihnachtsfeier fern
    In der Vorweihnachtszeit laden die meisten Unternehmen ihre Mitarbeiter zum Dank für gute Arbeit zu einer Weihnachtsfeier ein. Ist der Arbeitgeber großzügig, zeigt sich auch der Fiskus nicht kleinlich: Wenn nämlich bestimmte Bedingungen beachtet werden, bleiben die Zuwendungen des Arbeitgebers für die Mitarbeiter steuer- und sozialversicherungsfrei. Nachfolgend möchten wir hier auf die wichtigsten Regeln hinweisen:

  • Zuwendungen des Arbeitgebers anlässlich einer Weihnachtsfeier bleiben bis zu einem Betrag von 110 EUR (einschließlich Umsatzsteuer) pro Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei. Dabei handelt es sich seit 2015 um einen Freibetrag und nicht mehr - wie vorher - um eine Freigrenze. Falls also die Gaben des Arbeitgebers höher sind, ist nur der übersteigende Betrag zu versteuern und nicht mehr der gesamte Betrag. Statt individueller Besteuerung kann der Arbeitgeber den steuerpflichtigen Vorteil auch pauschal mit 25 % versteuern und so zumindest die Sozialabgaben für Mitarbeiter und Chef vermeiden.
  • Als Zuwendungen gelten alle Aufwendungen des Arbeitgebers, gleichgültig, ob diese einem Arbeitnehmer individuell zurechenbar sind oder ob sie in einem rechnerischen Anteil an den Kosten der Weihnachtsfeier bestehen. Erfasst werden also nicht nur die Kosten für den "Gaumen-, Augen- und Ohrenschmaus", sondern auch die Kosten für den äußeren Rahmen, wie Raummiete, Eventmanager, Musikkapelle, Busfahrt, Eintrittskarten. Zu den Gesamtkosten gehören seit 2015 ebenfalls Geschenke unabhängig von deren Wert.
  • Die Gesamtkosten der Weihnachtsfeier werden durch die Zahl der teilnehmenden Personen geteilt. Falls Angehörige des Arbeitnehmers an der Feier teilnehmen, sind die anteiligen Aufwendungen der Begleitperson dem Arbeitnehmer zuzurechnen. Das bedeutet, dass die Begleitpersonen keinen eigenen Freibetrag erhalten.
  • Der Freibetrag von 110 EUR gilt arbeitnehmerbezogen für bis zu zwei Betriebsveranstaltungen pro Jahr. Der Arbeitgeber sollte die Zahl der anwesenden Teilnehmer und der Begleitpersonen durch entsprechende Aufzeichnungen nachweisen.


  • STEUERRAT: Im vergangenen Jahr hat das Finanzgericht Köln gegen den Fiskus entschieden, dass Absagen von Kollegen anlässlich einer Weihnachtsfeier steuerrechtlich nicht zu Lasten der tatsächlich Feiernden gehen. Die vergeblichen Kosten für die Arbeitnehmer, die nach ursprünglicher Anmeldung zur Betriebsfeier kurzfristig wieder absagen, wirken sich auf die Höhe des steuerpflichtigen Arbeitslohns der teilnehmenden Arbeitnehmer nicht aus. Es ist nicht einzusehen, aus welchem Grunde diese vergeblichen "No-Show-Kosten" die Zuwendung für die teilnehmenden Arbeitnehmer erhöhen soll (FG Köln vom 27.6.2018, 3 K 870/17, Revision VI R 31/18).

    STEUERRAT: Die Kosten für den Hin- und Rücktransport von Arbeitnehmern vom Unternehmen zum Ort der Betriebsveranstaltung (Restaurant, Ausflugslokal) sind Teil der Zuwendungen und müssen daher auf den Freibetrag von 110 EUR angerechnet werden. ABER: Das Finanzgericht Düsseldorf hat gegen die Finanzverwaltung entschieden, dass die Kosten für einen Shuttle-Transfer zu und von einer Betriebsveranstaltung keinen geldwerten Vorteil darstellen und somit nicht in die 110-EUR-Grenze einzubeziehen sind (Urteil vom 22.2.2018, 9 K 580/17). Das Urteil ist zwar noch zu der alten Regelung ergangen, die lediglich in den Lohnsteuer-Richtlinien enthalten war. Das Gesagte ist aber unseres Erachtens auf aktuelle Fälle übertragbar.
    gepostet: 09. Dez 2019
    Stichtag 15. Dezember für Bankbescheinigung
    Banken nehmen eine Verrechnung von Verlusten und negativen Einnahmen mit positiven Kapitalerträgen bereits während des Jahres vor. Hierzu bilden sie für jeden Anleger einen sog. virtuellen "Verlustverrechnungstopf". Bis zur Höhe der Verluste wird dann von positiven Kapitalerträgen keine Abgeltungsteuer einbehalten oder früher einbehaltene Steuer wieder erstattet. Genau genommen bilden die Banken sogar zwei Verlustverrechnungstöpfe, und zwar einen allgemeinen Verlustverrechnungstopf und einen Aktien-Verlustverrechnungstopf speziell für Verluste und Gewinne aus Aktiengeschäften. Falls nun am Jahresende der Saldo in einem oder in beiden Verlustverrechnungstöpfen negativ ist, gibt es zwei Möglichkeiten (§ 43a Abs. 3 Satz 4 und 5 EStG):

  • Sie tun nichts. Dann trägt die Bank den nicht ausgeglichenen Verlust auf das nächste Jahr vor, um künftig fällige Zins- oder Dividendengutschriften oder Veräußerungsgewinne ohne Steuerabzug auszahlen zu können, sog. Verlustübertrag.
  • Sie beantragen, dass die Bank Ihnen eine Bescheinigung über den verbleibenden Verlust ausstellt. Dann wird der Verlustverrechnungstopf auf Null gestellt. Mit dieser Verlustbescheinigung können Sie den Verlustbetrag dann in Ihrer Steuererklärung geltend machen und ggf. mit positiven Kapitalerträgen anderer Bankinstitute verrechnen lassen


  • AKTUELL weisen wir auf den Termin 15. Dezember 2019 hin: Bis zu diesem Termin müssen Sie die Verlustbescheinigung bei der Bank beantragen. Die darin bescheinigten noch nicht ausgeglichenen Verluste übernehmen Sie in der Steuererklärung 2019 in die "Anlage KAP", getrennt nach Verlusten aus Aktiengeschäften und Verlusten aus anderen Anlagen. Geben Sie auch die bescheinigten Gewinne an. Die sonstigen Verluste können mit allen Arten von Kapitalerträgen, Verluste aus Aktienverkäufen hingegen nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden.

    Der bescheinigte Verlust aus Kapitalanlagen kann im Rahmen der Steuerveranlagung nur mit positiven Kapitalerträgen verrechnet werden. Ist dieser Verlustausgleich nicht oder nicht vollständig möglich, darf ein verbleibender Verlust leider nicht mit Einkünften aus anderen Einkunftsarten (wie Arbeitslohn) ausgeglichen werden. Der verbleibende Verlust darf auch nicht in das Vorjahr zurückgetragen werden, sondern nur in den künftigen Jahren mit positiven Kapitaleinkünften verrechnet werden. Zugelassen ist also ein sog. "Verlustvortrag" innerhalb der Einkünfte aus Kapitalvermögen, und zwar zeitlich unbegrenzt und in unbeschränkter Höhe (§ 20 Abs. 6 EStG). Hierzu erhalten Sie vom Finanzamt einen "Bescheid über die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrages".

    gepostet: 02. Dez 2019
    Gehaltsumwandlungen leichter möglich
    Arbeitgeber haben die Möglichkeit, ihren Mitarbeitern verschiedene Leistungen steuerfrei oder steuerbegünstigt zu gewähren, z.B. Fahrtkostenzuschüsse, Zuschüsse zur Internetnutzung oder Kindergartenzuschüsse. Bei manchen Leistungen ist die Steuerfreiheit oder eine Pauschalversteuerung aber nur dann zulässig, wenn diese "zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn" gewährt werden. Doch wann treten Leistungen wirklich zum "zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn" hinzu? Der Bundesfinanzhof hat jüngst in einer Urteilsserie seine bisherige Auffassung aufgegeben und für die Praxis enorme Erleichterungen zugelassen.


    1. Steuerbegünstigte Leistungen mit Zusätzlichkeitserfordernis



    Arbeitgeber haben die Möglichkeit, ihren Mitarbeitern verschiedene Leistungen steuerfrei oder steuerbegünstigt zu gewähren. Am Jahresende stehen oftmals Gehaltserhöhungen oder Sonderzahlungen an. Arbeitgeber könnten daher prüfen, ob und inwieweit diese in steuerbegünstigte Zuwendungen an den Arbeitnehmer umgewandelt werden können. Diese sind nicht nur steuerlich begünstigt, sondern meist auch sozialversicherungsfrei. Für den Arbeitgeber bringt das den Vorteil, dass er Lohnnebenkosten spart.

    Bei manchen Leistungen ist die Steuerfreiheit oder eine Pauschalversteuerung aber nur dann zulässig, wenn diese "zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn" geleistet werden. Mit diesem Zusätzlichkeitserfordernis will der Gesetzgeber verhindern, dass regulär besteuerter Arbeitslohn in steuerbegünstigte Zuschüsse umgewandelt wird.

    Solche zweckbestimmten Leistungen mit dem Zusätzlichkeitserfordernis ("zusätzlich zum Arbeitslohn") sind:

  • Fahrtkostenzuschüsse zu den Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte: Diese kann der Arbeitgeber pauschal mit 15 % versteuern (§ 40 Abs. 2 Satz 2 EStG).
  • Zuschüsse zur Internetnutzung: Diese kann der Arbeitgeber pauschal mit 25 % besteuern (§ 40 Abs. 2 Nr. 5 EStG).
  • Überlassung von Personalcomputern und anderen Datenverarbeitungsgeräten: Diese kann der Arbeitgeber pauschal mit 25 % besteuern (§ 40 Abs. 2 Nr. 5 EStG).
  • Leistungen zur Kinderbetreuung, z. B. Kindergartenzuschüsse: Diese bleiben steuerfrei (§ 3 Nr. 33 EStG).
  • Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung: Diese bleiben bis zu 500 EUR steuerfrei (§ 3 Nr. 34 EStG).
  • Sachzuwendungen bis 10.000 EUR: Diese kann der Arbeitgeber pauschal mit 30 % besteuern (§ 37b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG).


  • Hinweis: Seit dem 1.1.2019 bleiben Zuschüsse des Arbeitgebers zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, Fahrten zu einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet oder zu einem vom Arbeitgeber dauerhaft festgelegten Sammelpunkt (gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 4a Satz 3 EStG) mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr in vollem Umfang steuerfrei und sozialversicherungsfrei (§ 3 Nr. 15 EStG 2019). Steuer- und sozialversicherungsfrei sind ferner sog. Jobtickets sowie Zuschüsse für private Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr. Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist auch hier, dass die Zuschüsse und Jobtickets zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt werden. Der Gesetzgeber plant zudem derzeit eine neue Möglichkeit der Pauschalbesteuerung. Künftig soll die Ausgabe eines Jobtickets mit 25 Prozent pauschal versteuert werden können. Dafür soll die Anrechnung auf die Entfernungspauschale entfallen (§ 40 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 EStG "Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität - Entwurf").

    Es gibt aber auch Fälle, in denen eine Gehaltsumwandlungsvereinbarung zugunsten von Sachlohn oder steuerfreiem Arbeitslohn von der Finanzverwaltung ohne weiteres anerkannt wird. Durch die Umwandlung entstehen je nach neuem Vergütungsbestandteil entweder steuerfreie oder pauschal zu besteuernde Lohnbestandteile. Steuerbegünstigte Zuwendungen ohne Zusätzlichkeitserfordernis sind:

  • Sachzuwendungen, Warengutscheine bis 44 EUR pro Monat (§ 8 Abs. 2 Satz 9 EStG).
  • Menügutscheine oder Restaurantschecks (R 8.1 Abs. 7 Nr. 4 LStR).
  • Essensmarken (§ 40 Abs. 2 Nr. 1 EStG).
  • Erholungsbeihilfen (§ 40 Abs. 2 Nr. 3 EStG).
  • Überlassung eines Firmenwagens oder Firmenfahrrads (BFH-Urteil vom 20.8.1997, BStBl. 1997 II S. 667).
  • Gewährung von Reisekostenerstattungen (BFH-Urteil vom 27.4.2001, BStBl. 2001 II S. 601).
  • Ersatz von Umzugskosten und Mehraufwendungen wegen doppelter Haushaltsführung (§ 3 Nr. 13 und 16 EStG).
  • Werkzeuggeld (§ 3 Nr. 30 EStG).
  • Berufskleidung (§ 3 Nr. 31 EStG).
  • Sammelbeförderung (§ 3 Nr. 32 EStG).
  • Vermögensbeteiligungen des Arbeitgebers (§ 3 Nr. 39 EStG).
  • Heimarbeitszuschlag (§ 3 Nr. 30 und 50 EStG).
  • Zahlung von steuerfreiem Verpflegungsmehraufwand,
  • Nutzungsvorteile aus Telekommunikationsgeräten (§ 3 Nr. 45 EStG): Überlassung betrieblicher Datenverarbeitungsgeräte und Telekommunikationsgeräte sowie deren Zubehör sowie aus zur privaten Nutzung überlassenen System- und Anwendungsprogrammen, die der Arbeitgeber auch in seinem Betrieb einsetzt und aus den in diesem Zusammenhang erbrachten Dienstleistungen.
  • Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschläge, Zuschläge zur Rufbereitschaft.
  • Fehlgeldentschädigung.
  • Werbung auf Fahrzeugen (§ 22 Nr. 3 EStG).


  • 2. Wann ist die Zusätzlichkeitsvoraussetzung erfüllt?



    Arbeitgeber haben die Möglichkeit, ihren Mitarbeitern verschiedene Leistungen steuerfrei oder steuerbegünstigt zu gewähren, z.B. Fahrtkostenzuschüsse, Zuschüsse zur Internetnutzung oder Kindergartenzuschüsse. Bei manchen Leistungen ist die Steuerfreiheit oder eine Pauschalversteuerung aber nur dann zulässig, wenn diese "zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn" gewährt werden. Doch wann treten Leistungen wirklich zum "zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn" hinzu? Der BFH hat jüngst in einer Urteilsserie seine bisherige Auffassung aufgegeben und für die Praxis enorme Erleichterungen zugelassen.

    Die bisherige Auffassung

    Die Zusätzlichkeitsvoraussetzung ist erfüllt, wenn die zweckbestimmte Leistung zu dem Arbeitslohn hinzukommt, den der Arbeitgeber arbeitsrechtlich schuldet. Dies gilt auch dann, wenn der Arbeitnehmer arbeitsvertraglich oder aufgrund einer anderen Rechtsgrundlage (z.B. aufgrund betrieblicher Übung oder Gewohnheit) einen Anspruch auf diese zweckbestimmte Leistung hat. Es muss sich also nicht unbedingt um eine freiwillige Arbeitgeberleistung handeln (BMF-Schreiben vom 22.5.2013, BStBl 2013 I S. 728). Erlaubt ist also, statt einer anstehenden Gehaltserhöhung z.B. einen steuerfreien Kindergartenzuschuss zu zahlen. Allerdings: Es ist nicht zulässig, Gehalt in einen solchen Zuschuss umzuwandeln (sog. Gehaltsumwandlung).

    Wird eine zweckbestimmte Leistung des Arbeitgebers unter Anrechnung auf den arbeitsrechtlich geschuldeten Arbeitslohn oder durch Umwandlung des arbeitsrechtlich geschuldeten Arbeitslohns gewährt, liegt keine zusätzliche Leistung vor (R 3.33 Abs. 5 LStR 2011).

    Beispiel:

    Eine Arbeitnehmerin hat arbeitsrechtlich einen Anspruch auf einen Arbeitslohn von 2.000 EUR monatlich. Im Februar 2019 vereinbart sie mit ihrem Arbeitgeber, dass ab 1.3.2019 der Arbeitslohn auf 1.900 EUR herabgesetzt und dafür ein Kindergartenzuschuss von 100 EUR gezahlt wird. Der ab März 2019 gezahlte Kindergartenzuschuss ist nicht steuerfrei (gemäß § 3 Nr. 33 EStG), da er durch Umwandlung des arbeitsrechtlich geschuldeten Arbeitslohns und damit nicht zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt wird. Es liegt eine "schädliche" Gehaltsumwandlung vor.

    Fazit: Es ist steuerlich nicht zulässig, regulär besteuerten Arbeitslohn in steuerbegünstigte Zusatzleistungen mit Zusätzlichkeitserfordernis umzuwandeln. Denn dann läge keine Leistung des Arbeitgebers "zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn" mehr vor (BFH-Urteile vom 19.9.2012, VI R 54/11 und VI R 55/11, BStBl. 2013 II S. 395 und 398). Etwas anderes gilt, wenn eine freiwillige Sonderzahlung, z.B. freiwillig geleistetes Weihnachtsgeld, in eine steuerbegünstigte Zuwendung umgewandelt wird (R 3.33 Abs. 5 LStR 2011).


    Doch nun große Wende des Bundesfinanzhofs

    AKTUELL hat der BFH entschieden, dass "ohnehin geschuldeter Arbeitslohn" (nur) derjenige Lohn ist, den der Arbeitgeber verwendungsfrei und ohne eine bestimmte Zweckbindung (ohnehin) erbringt. Wird Arbeitslohn hingegen verwendungs- bzw. zweckgebunden neben dem ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet, wie es bei Fahrtkosten-, Kindergarten- oder Internetzuschüssen der Fall ist, liegt insoweit "zusätzlicher Arbeitslohn" vor. Damit kommt eine - steuergünstige - Lohnsteuerpauschalierung oder eine Steuerfreiheit selbst dann in Betracht, wenn Arbeitnehmer auf Teile ihres bisherigen Arbeitslohns zugunsten von zweckgebundenen Zuschüssen verzichten. Unschädlich ist es, wenn Arbeitnehmer - nach dem Verzicht auf den "regulären" Lohn - einen arbeitsrechtlichen Anspruch auf die - zweckgebundenen - Zusatzleistungen des Arbeitgebers haben (BFH-Urteile vom 1.8.2019, VI R 32/18, VI R 21/17, VI R 40/17). Der BFH stellt diese unter das Motto "Unschädlicher Wechsel der Lohnform".

    gepostet: 25. Nov 2019
    Vom Weihnachtsgeld mehr steuerfrei erhalten
    Hatten Sie im Jahr 2019 hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen? Oder Aufwendungen für Kinderbetreuung, Haushaltshilfe, haushaltsnahe Dienstleistungen, Handwerkerleistungen? Dann müssen Sie nicht bis nächstes Jahr warten, um dafür über die Steuererklärung eine Steuererstattung zu erhalten. Wenn Sie wollen, können Sie noch dieses Jahr ein zusätzliches "Weihnachtsgeld" vom Fiskus bekommen.

    Die Lösung: Noch bis zum 30. November 2019 können Sie sich beim Finanzamt für den Rest des Jahres 2019 einen Lohnsteuer-Freibetrag als elektronisches Lohnsteuermerkmal (ELStAM) in der Zentraldatei des Fiskus eintragen lassen. Dieser Freibetrag wird auf die verbleibenden Monate des Jahres verteilt. Der Arbeitgeber zieht den anteiligen Freibetrag dann fiktiv von Ihrem Monatsverdienst im November und Dezember ab und berechnet nur vom verminderten Betrag Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. So bekommen Sie in den letzten Monaten ein höheres Nettogehalt.

    STEUERRAT: Besonders günstig ist dieser Effekt natürlich, wenn Sie sich den Freibetrag noch vor der Gehaltszahlung im November eintragen lassen, wenn das Weihnachtsgeld bzw. das 13. Monatsgehalt ausgezahlt wird und damit die Lohnsteuer außerordentlich hoch ist. Aufgrund der Steuerfreistellung dürfen Sie sich dann über ein ordentliches "Weihnachtsgeld vom Fiskus" freuen.

    Den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung können Sie stellen, wenn Ihre Werbungskosten und Sonderausgaben (über die Pauschbeträge von 1.000 EUR bzw. 36 EUR hinaus) sowie Ihre außergewöhnlichen Belastungen insgesamt mehr als 600 EUR betragen. Diese Grenze gilt auch bei Eheleuten, wird also nicht verdoppelt. Wenn Sie einen Lohnsteuerfreibetrag beantragen, sind Sie verpflichtet, nach Ablauf des Steuerjahres eine Einkommensteuererklärung abzugeben.

    Besonderheit für verwitwete Alleinerziehende:

    Alleinerziehende haben einen Anspruch auf den steuerlichen Entlastungsbetrag. Ist Ihr Ehegatte im Jahre 2018 oder 2019 verstorben, erfolgt der Lohnsteuerabzug im Sterbejahr des Ehegatten und im Folgejahr nach Steuerklasse III, sodass der Entlastungsbetrag nicht über die Steuerklasse II berücksichtigt werden kann. Deshalb können Sie sich den Entlastungsbetrag in diesen beiden Jahren ausnahmsweise als Freibetrag in den ELStAM eintragen lassen (§ 39a Abs. 1 Nr. 8 EStG). Im Sterbejahr wird der Entlastungsbetrag zeitanteilig berücksichtigt, und zwar erstmals schon für den Monat, in dem der Ehegatte verstorben ist. Ab dem zweiten Folgejahr wird der Entlastungsbetrag dann - wie bei anderen auch - mittels Steuerklasse II steuermindernd berücksichtigt.

    Formulare:
    Bereits seit 2018 gibt es für den "Antrag auf Lohnsteuerermäßigung" nur noch einen Hauptvordruck mit 2 Seiten und - je nach Bedarf - drei Anlagen mit jeweils 2 Seiten: die "Anlage Kinder", die "Anlage Werbungskosten" und die "Anlage Sonderausgaben / außergewöhnliche Belastungen". Dies hat den Vorteil, dass neben dem Hauptvordruck nur noch die Anlage ausgefüllt werden muss, die für den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung tatsächlich gebraucht wird. Die bisher üblichen zwei Formen des Antrags - normaler Antrag und vereinfachter Antrag - wurden abgeschafft.

    Hier können Sie die Formulare für 2019 herunterladen:

    Weitere Informationen: Lohnsteuerermäßigung und Lohnsteuerfreibetrag

    gepostet: 11. Nov 2019
    Bereitgestellt durch:
    StBV Pressemeldungen

    Alle Angaben ohne Gewähr.



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